Den Beginn der Historie kann man in der Ausdehnung Charlottenburgs nach Westen in den 90er Jahren datieren. Der Zuzug vieler Menschen erforderte eine Predigtstätte, die dementsprechend viel Platz bot.

1896/97 wurde auf einem Grundstück Ecke Spandauer Chaussee und Fürstenbrunner Weg eine Kapelle gebaut. Am 04. April wurde die „Westend-Kapelle“ eingeweiht. Zwei Jahre später wurde bereits ein größeres Grundstück gesucht und gefunden. Dort wurde dann von 1904 bis 1906 das Kirchengebäude gebaut, welches von Kaiserin Auguste-Viktoria  „Epiphanienkirche“ genannt wurde.

Eingeweiht am 08. April, stand sie nun da, die Kirche aus Backstein und einem großen Doppelturm. Auch der Innenraum war imposant, wie die „Privilegierte Zeitung“ mit den Worten beschrieb:
„Die stattliche […] Kirche hat gar nichts Dunkles an sich; helle Farben und viel frohes Tageslicht grüßen von allen Seiten, der freistehende  Altarraum, die bequemen Emporen, der geschickt gebaute Orgelchor zeigen Schwung und wecken eine angenehm fröhliche Stimmung. Hier ist mit durchschnittlichen Mitteln Schönes geschaffen worden, in dieser Kirche kann das Auge sich frei ergehen, hier mag man gern weilen…“

Am Altar fand sich ein Wandbild, welches Jesus Christus zeigte, welcher die mit Leid Beladenen zu sich ruft, seitlich im Altarraum war die Geschichte des barmherzigen Samariters und des liebenden Vaters, der den verlorenen Sohn wieder aufnimmt, dargestellt. In den Seitenfenstern konnte man Bilder der Weihnachts- und Ostergeschichte sehen, in kleineren Fenstern erkannte man bekannte Persönlichkeiten wie Luther, Melanchthon und Amalie Sieveking. Auch die Orgel war mit Bildern versehen und wurde damals bereits für Konzerte genutzt.

Drei Kirchenglocken mit drei wunderbaren eingravierten Bibelversen sind ebenfalls zu erwähnen;
„Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt!“ Jesaja 60,1
„Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsternis.“ Johannes 8,12
„Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christum, daß er sei der Herr.“ 2. Korinther 4,5

Die Hauptaufgabe, welche die Epiphaniengemeinde für sich sah, galt der Förderung des Gemeindelebens, und dies vor allem im sozial-karitativen Bereich. Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens sind viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, 70 Mitglieder eines Jünglingsvereins, Kindergottesdienste mit 550 Kindern, angestellten Schul- und Krankenschwestern und viele Menschen mehr aktiv im Gemeindeleben zu verzeichnen.
Der Verwalter der ersten Pfarrstelle und erster Pfarrer der Gemeinde war Erich Mann, welcher am 06. Januar in sein Amt eingeführt wurde. Verwalter der zweiten Pfarrstelle war Pfarrer Rudolph.

1913 kam es aufgrund der Entfernung einiger Kirchenmitglieder zum Kirchengebäude und wegen internen kirchenpolitischen Zwistigkeiten zu einer Teilung der Gemeinde. Mit 50.000 Mitgliedern entstand die „Gemeinde Epiphanien II“, welche seit 1915 unter dem uns heute bekannten Namen „Kirchengemeinde am Lietzensee“ besteht.